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IM ANFANG WAR DER LOGOS

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gelber Enzian

Schnitthölzer werden Zaungewinde
im Apparat der Langhausstreben
ein Körper wie aus Basispunkten
will wärmend hohe Trinitäten heben

wenn jenes Armeegrün nicht wäre
am Ohr und zwischen Bodenalgen
umdunkelt ausgekerntes Augenmerk
verlacht hängt Heiterkeit am Galgen

Couleur für monochrome Existenz
am Ei reift osterlichte Nordsee-Marsch
die Zellenflut kreist listig unter Tage
im Bunkerzug schwebt bunter Barsch

so dürfte ich naiv versterben – und
Verse mögen mein Vergnügen erben

jstb

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D 547 | Opus 88 Nr. 4

Manöver zur Tarnung, durchtränkt von Pracht, List und Doktrin. Jede Ausformung Lockvögelei: Boom der Blüten, ein Volk aus Frauen, holde Triebfedern der Kunst. Der Planet liegt im Clinch? Wo Natur vom Bluff der Kostümierung lebt, stolzieren Gockel einher, über Landstriche und Erdteile hinweg. Maskierte Weltenretter, sie biedern sich an. Trojanisches Gewieher, wohin das Ohr langt. Phantome, wohin das Auge Atons reicht. Dummys unter Baumreihen; Zellenkapriolen der Evolution, millionenfach. Mutiert nur zur Vorgaukelei, im Spiel eines Schaustellers, sich entpuppend in immer neuem Schlupflochgewand. Scheinheilig die Hoden leckend, Hehler und Schlepper Gelächter
im Hintergrund – im Wissen ums Verschnürtsein im Gesamtgeflecht. Parliert nur, Menschenrechtler! Gleichwohl, wir werden gerichtet. Despoten in mir im Disput, gallig
im Winkel geballter Faust. Wenig weniger Goethe gefällig? Tartüfferie in Versen. Stets paarungsbereit, euch bärbeißigen Eigendünkels entledigend. Entzunden, gut. Für die Katz – nicht sei's verlacht – der unsrige, dein Odem? Ganz einfach: Bewahre warme Lieb und wilden Kreis, in bessre Welten du entrückt.

jstb

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büro für sprachgestaltung

János Stefan Buchwardt, lic. phil. I
Bahnhofstrasse 29
CH - 8636 Wald ZH

+41 52 770 22 47
+41 79 754 93 79
botschaft@jstb.ch

János Stefan Buchwardt, büro für sprachgestaltung

Porträt
Porträt 2009, Ermatingen (TG), Schweiz

«Im Anfang war der Logos.»

Als «Spracharbeiter» bewegt sich János Stefan Buchwardt im Bedeutungsspielraum des griechischen Ausdrucks, der im Sinn von Wort und Rede verwendet wird, aber auch geistiges Vermögen und das Prinzip der «Weltvernunft» umfasst. Seine Tätigkeitsfelder als Texter, Lyriker (Ankündigung der Sterblichkeit, scaneg Verlag, München 2000, ISBN 3-89235-513-4; Brian Kraftkerl – ein sortiertes Alpdrücken, Edition Signathur 2006, ISBN 978-3-908141-39-6) und Vorleser, als Souffleur am Schauspielhaus Zürich und als Kulturjournalist, Kolumnist und Theaterkritiker (Thurgauer Zeitung und thurgaukultur.ch) stehen im Dienst mündlichen und schriftlichen Ausdrucks. So beruft er sich über das Wort auf die gepflegte Kunst der Schreib- und Ausdrucksweise.

Laudatio
Laudatio 2011, Steckborn (TG), Schweiz

Seit 2000 besteht das «büro für sprachgestaltung»

, welches der Wahlschweizer von seinem Heimatort Steckborn/Thurgau aus führt. Neben Texterstellung (Auftragsreden und Laudatio, Presseartikel und Vorworte) gehören Lektorat und Korrektorat (Abschlussarbeiten, Bachelorarbeiten, Biografien) zum Leistungskatalog. In der Künstlermonografie «Johannes Diem – Die Stunde der Natur» oder in der veröffentlichten Rede «Verliebt in den Turmhof» tritt Buchwardt als begabter Essayist auf. Textlich begleitet er etwa den Schweizer Künstler Christian Lippuner. Generell steht János Stefan Buchwardt in sprachlichen Belangen mit Rat und Tat zur Seite, trägt Sorge für Wortwahl und Grammatik, für Rechtschreibung und Zeichensetzung – im Endeffekt für sprachliche Bravur und inhaltliche Vervollkommnung des Geschriebenen, aber auch Gesprochenen.

Schreiben, korrigieren, redigieren, rezitieren, soufflieren.

Der ungarnstämmige Literat setzt der Hektik der bewegten Bilder im Medienzeitalter das Wort entgegen. Nicht zuletzt ist die gepflegte Kunst mündlichen Vortrags sein Anliegen. «Das Wort muss bei der heutigen Bilderversessenheit wieder mehr Gewicht erhalten, das Vorlesen an kulturellem Stellenwert gewinnen», so Buchwardt. Seine Faszination für den Reichtum literarischer Werke speist sich aus einem vertieften Sprachbewusstsein. Dem Wort Reverenz erweisen, in seinem besonderen und alltäglichen Gebrauch, heisst für ihn, eine der schönsten Kunstschöpfungen des menschlichen Geistes entdecken.

Lesung
Lesung 2009, Goldach (SG), Schweiz

Für Lesungen im öffentlichen und privaten Rahmen

steht er als Interpret zur Verfügung. Neben bestehenden Rezitationsprogrammen («Der See in seiner tollsten Laune» – eine literarisch-musikalische Revue mit Briefauszügen und Gedichten der deutschen Lyrikerin Annette von Droste-Hülshoff oder Saint-Exupérys «Der kleine Prinz») lassen sich etwa Autoren-, Themen- oder Schulprogramme durchführen. Auf Wunsch werden die literarischen Darbietungen musikalisch (Konzertgitarre: Edmauro de Oliveira, Querflöte: Roman Glaser) begleitet. Sprache und Musik (zum Beispiel Shakespeares Sonette kombiniert mit John Dowlands elisabethanischer Lautenmusik) verbinden sich hier zu einem ganz besonderen Hörvergnügen und erfrischenden Kunstgenuss.